Der Dialog ist eröffnet

Was ist unter Bäuerlichkeit zu verstehen? Geht das nur die Bauern und Bäuerinnen was an? Oder ist es eine Lebenseinstellung? Eine Lebenswirklichkeit? Eine Haltung? Eine Erfahrung? Ein Konzept? Braucht unsere Gesellschaft mehr Bäuerlichkeit oder gar nichts davon? Anregende Fragen zum Weiterdenken.

Wir laden ein, mit uns zu dem Thema in Dialog zu treten. Dazu sammeln wir Aussagen, Umschreibungen, persönliche Definitionen, Erfahrungen und Geschichten.

Schicken Sie bitte Ihre Meinung zu nachfolgenden Fragen per Fax 09901 935219 oder per Post an die LVHS Niederalteich. Wir freuen uns auf jede Rückantwort!

Was bedeutet "bäuerlich"? Was ist "bäuerliche Lebenskultur"? Was gehört alles dazu?
Bäuerlich bedeutet für mich.........................
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich...........................
Sie können zu diesen 2 Aussagen Ihre Überlegungen an uns zurückgeben, diese werden dann auf unserer Homepage veröffentlicht.

Bitte geben Sie ebenfalls Ihr Geschlecht, Beruf, Alter, Ihre Region an und ob Sie zur Zeit auf dem Dorf oder in der Stadt leben. Eine Namensangabe ist nicht notwendig.

Ihre Meinungen:

Bäuerlich bedeutet für mich eine Lebenseinstellung. Dieses Wort bedeutet für mich Ruhe und Gelassenheit, die man in verschlafenen Dörfern findet. "Bäuerlich" ist ein durchaus positiver Ausdruck, der zudem an die Geborgenheit in einer Gemeinschaft oder in der Familie erinnert.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich die typischen ländlichen Feste, Trachten und Lederhosen. Auch die traditionellen Speisen, wie Schweinshaxen und Weißwürste gehören dazu. Bäuerliche Lebenskultur beinhaltet auch die Verbundenheit zum christlichen Glauben und gegenseitige Hilfe.
Schülerin, 19 Jahre, Schwandorf, lebt zur Zeit auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich:
+ Leben im Einklang mit der Natur - pflegen, erhalten
+ wissen über die Zusammenhänge von wachsen, reifen, ernten; zu einem bestimmten Zeitpunkt,   den man erwarten muss.
+ einfaches Leben
+ als die Menschen seßhaft wurden, lebten alle von der Ackerwirtschaft
+ Ruhe, Gelassenheit
+ etwas mit den Händen schaffen
+ Nahrung für die Bevölkerung
- von anderen als dreckig, stickend, schmutzig angesehen werden
- geringe gesellschaftliche Stellung - Schimpfwort "Bauer"
- Bauer = Subventionsempfänger = Steuergelder
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehören für mich:
die Feste im Jahreskreis
regionalunterschiedliche Mundart, Musik, Tracht, Bräuche, Baustile
Großfamilie mit mehreren Generationen unter einem Dach
Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe in Notsituationen in Dorf und Familie
Wissen um, mit der Natur - Natur war vor dem Menschen da!
Der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht.
Der Mensch ist ein Teil der Natur, er ist ihr nicht übergeordnet.
Erst wenn er das begreift, hat er eine Überlebenschance. v. R.v. Weizsäcker
Hausfrau, Bäuerin, Kräuterpädagogin, 47 Jahre, Region Schwandorf, lebt auf einer Einöde

Bäuerlich bedeutet für mich:
Was ist unter Bäuerlichkeit zu verstehen?
- Der Name oder vom Wort her: Bäuerlichkeit ist ein Bauer oder eine Bäuerin. Darunter verstehe ich leben und arbeiten in der Land-Wirtschaft; eben auf dem Lande in Gottes freier Natur.
- Früher, oder vom Aufwachsen her aus meiner Kindheit, 20 - 30 Jahre nach dem Krieg hat man ja nur damit und davon gelebt, war eingebunden und geprägt in und von der "Bäuerlichkeit". Ja, was hätte man da anderes wollen? können?
Geht das nur die Bauern und Bäuerinnen was an?
Ja, wohl als erstes den Bauernstand, weil die Menschen die darin und damit und davon leben, auch gar nicht´s anderes kennen. Und schade für die vielen Stadtkinder und heutzutage auch die Kinder vom Land, die eben mit keinem Bauern, der Bäuerlichkeit und Landwirtschaft in Kontakt kommen, die sind irgendwie arm dran, können aber von sich selbst aus nicht´s dafür und auch nicht´s dagegen machen. Kann eigentlich mit der Frage, ob das nur den Bauernstand etwas angeht gar nicht so viel anfangen. Zum Essen will jeder Mensch etwas, und so ist da vielleicht auch die Lebensmittel - Herstellung gemeint auf natürliche Art und Weise. Wenn ein Kind damit nicht in Kontakt oder Berührung kommt, wie soll dann dazu die Lebenseinstellung gelenkt oder geprägt werden?
Ich denke schon, das ist eine Lebenswirklichkeit, eine Haltung, eine Erfahrung , aber für einen erwachsenen Menschen. Ich möchte sagen, unsere Gesellschaft bräuchte mehr Bäuerlichkeit und unsere Politiker sollen mal aufhören, noch mehr kaputt zu machen.
Bauernstand im ursprünglichen Sinn gibt es eigentlich nicht mehr, weil die Technik das Bäuerliche, mitunter gemütliche, menschliche Zusammenleben in täglicher Arbeit verdrängt hat.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich das mögliche und nötige Umfeld, auch Verständnis dafür und nicht zuletzt in der heutigen, technisierten Welt auch viel "Wissen".
Anmerkung zum Schluss: Was kann man mit oder aus der "Bäuerlichkeit" - Lebenseinstellung" machen? z. B. das Lied: Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum, wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Träumt unseren Traum...
Landwirtin, Gastwirtin, Fachhauswirtschafterin, 56 Jahre, lebt auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich:
Im Zusammenleben mehrerer oder (vorhandener) Generationen das Überlieferte (geerbte) so zu bewirtschaften, dass dies alles weitergegeben werden kann. Dazu gehören nicht nur Boden und Gebäude, sondern auch Tiere, Traditionen, zwischenmenschliche Beziehungen, Religion, Umweltverantwortung und vieles mehr - vor allem nachhaltige Bewirtschaftung.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Freies und eigenverantwortliches Bewirtschaften unseres Betriebes. Zusammenleben mehrerer Generationen. Arbeiten und Ausruhen nach den Jahreszeiten und Tageszeiten. Enger Kontakt zu Tier, Natur und Umwelt. Freizeitgestaltung nach Bedarf. Eingliederung in Dorf , Kirche und Vereinsleben.
Ehepaar aus der Landwirtschaft, beide 38 Jahre alt, Region: Lkr. Landshut, leben auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich:
Die Nähe zur Natur, die Achtung vor der Schöpfung und in diesem Zusammenhang auch eine gewisse Bescheidenheit. Bäuerlich steht auch für Einfachheit und Echtheit, für ein gesundes Gespür für das Leben.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Die Pflege des christlichen Glaubens, auch nach der Tradition der Kirche, das Zusammenwirken der Generationen und die Übernahme von Verantwortung. Leitwort: "Das Gute liegt so nah".
Lehrer,  47 Jahre alt, Region Bayerischer Wald, lebt auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich:
Mit der Natur verbunden. In der Heimat verwurzelt, aber in der ganzen Welt zu Hause. Umfasst nicht nur die Landwirtschaft, sondern das gesamte Leben im Dorf oder Markt. Bäuerliche Tugenden sind: Bodenständigkeit, Bescheidenheit, soziales Engagement (Ehrenamt) und christliche Prägung.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Tradition und Brauchtum, jedoch nicht Nostalgie. Die Feste feiern, wie sie fallen (mit dem Kirchenjahr gehen oder z. B. eine Bauernhochzeit), Musik, Gesang, Tanz, Malen, Basteln mit Naturalien, Töpfern, Schnitzen. Aufgeschlossenheit für Neues. Gute Berufsausbildung.
Meisterin der ländl. Hauswirtschaft, ehemalige Dorfhelferin, 55 Jahre alt, Region: Niederbayern PAN, lebt im Markt

Bäuerlich bedeutet für mich:
Gefühl für Boden und Natur, wirtschaften im Kreislauf der Jahresrythmen
Einsicht in die Grenzen menschlichen Handelns in das natürliche Umfeld (An Gottes Segen ist alles gelegen, Leben und Leben lassen)
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Einheit von Reden und Handeln durch Verwurzelung im Glauben und der Heimat
Feier der traditionellen Feste im Jahreslauf
Gesunde Skepsis gegenüber Agrobussiness und Gentechnik
Kurse/Veranstaltungen an der LVHS Niederalteich
Landschaftsarchitekt,  52 Jahre alt, Region Landshut, lebt in der Stadt

Bäuerlich bedeutet für mich dem ältesten Auftrag der Menschheit zu dienen: "Ihr sollt den Boden und Acker, die Welt um euch, das Leben, das euch anvertraut ist, bebauen und hüten" (gem. Schöpfungsbericht der Bibel). Bäuerlich bedeutet, Gott und den Menschen zu dienen. Alles, was der Mensch in diesem Leben hat, Leben, Tiere, Samen und Früchte ist uns als Geschenk in die Hand gegeben und all das behutsam, sorgsam und zärtlich zu behandeln ist hohe Kultur des menschlichen Daseins. Bäuerlich bedeutet Ehrfurcht vor dem Leben haben. Ohne Ehrfurcht vor der Schöpfung kann der Mensch nicht menschlich und natürlich leben.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich
Nähe
zur Schöpfung, zu den Geschöpfen und zum Menschen. Leben braucht Nähe.
Verwurzelung, Nest und Stall, Heimat und Herberge = Schutz---Regionalität.
Zeit haben und den rechten Augenblick nutzen, wachsen und reifen braucht Zeit, alles muss "zeitig" werden. Leben braucht Zeit und zur rechten Zeit muss die Ernte geschehen, zur rechten Zeit muss der Samen ausgebracht werden. "Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit...eine Zeit zum Gebären, eine Zeit zum Sterben...zum Pflanzen...zum Abernten" usw. (Kohelet 3,1 und folgende).
Seelsorger,  77 Jahre, Region Deggendorf, lebt auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich:
Das einfache Essen, ohne viel Müll zu erzeugen. Praktisch, natürlich mit viel Holz wohnen, ohne Wohnungstrends und Mode. Bäuerlich war früher Gemütlichkeit, davon ist jetzt auf dem Bauernhof nichts mehr zu spüren.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Mit der Natur leben und genießen. Die Jahreszeit bewusst erleben. Die Freude am wachsen und gedeihen. Die kirchlichen Feste mitfeiern.
Bäuerin, 53 Jahre, Region Amberg-Sulzbach Oberpfalz, lebt auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich das Dorf, indem noch in der größeren Anzahl der Anwesen "Bäuerliche Landwirtschaft betrieben wird". Keine Massentierhaltung, sondern bäuerliche Betriebe, die im Voll-, Zu- oder Nebenerwerb betrieben werden. Vollerwerbsbetriebe sind für mich Höfe, wo Eltern und ggf. der Hofnachfolger auf dem Betrieb arbeiten. Die Viehhaltung wird im Umfang betrieben, wie sie von diesen Arbeitskräften bewältigt werden kann. Bäuerlich heißt auch, dass die Nichtlandwirte im Dorf, die Gegebenheiten aus der Landwirtschaft und Viehhaltung hinnehmen, z. B. Güllegeruch, Schlepper- und andere Transportfahrzeuge und dessen Lärm ertragen.
Die Lebenseinstellung der Bauernfamilien sollte auch von den Nichtlandwirtschaftlichen Familien anerkannt werden, z. B. die Lebensart und der Tagesablauf in bäuerlichen Betrieben und Familien.
Zur bäuerlichen Lebenskultur gehört für mich, dass mehrere Generationen unter einem Dach wohnen und sich jung und alt gegenseitig helfen. Zur bäuerlichen Lebenskultur gehören auch die Festtage des Kirchenjahres und v. a. der Ostermontag, Pfingstmontag und alle Hochfeste des Jahres. An diesen Festtagen sollten nach Möglichkeit die Feld- und Erntearbeiten unterbleiben, um die Sonntagsruhe nicht zu stören. Zur bäuerlichen Lebenskultur gehören auch die Vereine und Organisationen im Dorf und die Kinder der Dorffamilien sollten sich in kirchlichen und weltlichen Verbänden einbringen. Dorfbrauchtum und Dorfsitten sollten gelebt und gepflegt werden. Familienstammtische werden nötig, wenn es keine Dorfwirtshäuser mehr gibt. Dazu gehört auch die gegenseitige Hilfe für in Not geratene Familien innerhalb und außerhalb der bäuerlichen Familien. Zur bäuerlichen Lebenskultur gehört die Kirche als Herz des Dorfes und der Pfarrei.
Rentner, 66 Jahre, kath., Plößberg, lebt im Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich:
Arbeiten im Einklang mit der Natur, ein Familienunternehmen, bei dem mehrere Generationen zusammen leben. Erhalt von christlichem Brauchtum und Kultur. Integriert sein im Dorfleben oder in der Dorfgemeinschaft.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Leben im Einklang von Arbeit und Sein, in einer intakten Familie, mit den Bewohnern meiner Region. Bewahrung von ländlichem und christlichem Brauchtum und Kultur.
Landwirt, 47 Jahre, Region SR, lebt auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich mit der Scholle und mit dem, was sie hervorbringt, leben. Das Bewusstsein, dass wir von unserer Erde abhängig sind und sie uns schenkt, was wir von ihr und von der Natur brauchen.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich Leben und Nahrung in geistiger und natürlicher Form zu erzeugen und zu spenden, aber auch zu mehren und zu erhalten, wirtschaften in und mit der Natur.
Landwirt, 50 Jahre, Region Niederbayern, lebt auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich naturnah und jahreszeitlich abhängig, inmitten Feld und Wald, zu leben. Dazu in enger Verbindung steht Lebenshaltung und Ernährung, die dem Kreislauf näher steht.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich die Verbindung zur Scholle, ökologisches Denken mit Vernetzung zu Nichtbauern (wie wir selber) und die bäuerlichen Sitten nicht zu vergessen.
Töpferin, 59 Jahre alt, Region Dingolfing/Landau, lebt auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich ländlicher Lebensraum mit Lebensqualität, gegen städtische Anonymität, Entschleunigung und bewussteres Leben, Direktvermarktung, Naturverbundenheit, sanfter Tourismus, gegen die totale Technisierung und Verkabelung, gegen den gläsernen Menschen.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich christlich gelebtes und gewachsenes Brauchtum, Wahrnehmung von Wachsen/Reifen und Vergehen/Sterben, Nachbarschaftshilfe und natürliche Vernetzung, überschaubare Sozialsysteme, Kirche, Schule, Gemeinde und Dorfwirtshaus als Lebensquadrat usw.
Diakon, 47 Jahre, Region Regen, lebt in der Marktgemeinde

Bäuerlich bedeutet für mich:
Mit dem Begriff bäuerlich kann ich nicht viel anfangen (wieviele Bauern gibt es noch?). Statt dem Begriff bäuerliche Lebenskultur würde ich lieber sinnvolle, verantwortungsbewusste Lebenskultur verwenden.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Führung einer guten Ehe - den Kindern ein gutes "Nest" bieten, ihre Talente fördern;
Bald zur Eigenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein führen;
Sorgfältiger Umgang mit "Mutter Erde", letztlich haben wir alles nur "geliehen";
Offen sein für sinnvolle, lebensdienliche Erneuerungen;
Den Sinn des Lebens zu hinterfragen;
Landwirt, 62 Jahre, röm. kath., lebt auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich eine Lebensform
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Tradition, Familie, Denken in Jahreszeiten und langfristig Planungen
Bauer, 50 Jahre, lebt auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich:
Familie - seit mehreren Generationen - und Betrieb (Gebäude, Maschinen, Technik, Tiere) sind in und mit der Gegend (Umgebung) verwurzelt und vertraut.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Leben und arbeiten im Jahreskreis (Natur, Witterung) mit Geduld, Ausdauer und Gottvertrauen. Alle Jahre und immer wieder...
Ländl. Hauswirtschaftsmeisterin, 44 Jahre, Region Regensburg, lebt auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich:
Bewahrung der Schöpfung - Ehrfurcht vor dem Leben. Säen, pflegen, wachsen und gedeihen lassen, ernten. Nachhaltig wirtschaften unter Berücksichtung der Komponente: Ökologisch, Ökonomisch, Sozialverträglich.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Traditionen annehmen, pflegen und weitergeben, z. B. Feste und Feiern im Jahresablauf, Nachbarschaftspflege und -hilfe. Alltagskultur erhalten. Die Beköstigung schwerpunktmäßig den regionalen und saisonalen Angeboten anpassen.
Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft, 64 Jahre alt, Südoldenburg, lebt zur Zeit auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich auf einem Hof lebend, von einem Hof kommend, sich rückbesinnend bäuerlich neu zu orientieren. Meine Wurzel in Generation von Bauern zu finden. Wurzeln im Bauernleben zu setzen.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Meinen Lebensunterhalt hauptsächlich von einem Hof zu beziehen. Eine Aufgabe darin zu sehen, zu wirtschaften, bewirtschaften, für die nächsten Generationen aufzubauen und zu erhalten. Lebensstätten zu achten.
Region Ostfriesland, weiblich, lebt zur Zeit auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich:
sich über "Naturereignisse" freuen, Wachstum, Kreislaufwirtschaft, Leben im Grünen, Leben mit dem Tod "Sterben", Neubeginn der Jahreszeiten
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Leben teilen, miteinander leben, Unterscheidung von Sonntag und Alltag, Nachbarschaften pflegen, ich weiß um die Menschen um mich herum
Pastoralreferent, 49 Jahre alt, Region Osnabrück, lebt zur Zeit auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich eine Lebenseinstellung, Lebensart, Lebensstil
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich:
Naturnähe, Bezug zur Lebendigkeit (Tiere, Menschen), vernetztes Denken, Querdenken, Glaubens-Lebensnähe
männlich, 50 Jahre, lebt zur Zeit auf dem Dorf

Bäuerlich bedeutet für mich gleich "ländlich" und "dörflich". Ebenso ein Leben geprägt von der Natur mit dem Wetter, sowie dem Kirchenjahr mit den Bräuchen, Festen und Feiern. Früher bestimmte das Wetter den Arbeitsrhythmus und das Kirchen- und Kalenderjahr das Feiern und Fasten. Heute sind es mehr der Terminkalender des Maschinenringes für die Arbeit und zum Feiern gibt es sogut wie keine Grenzen mehr!
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich: Das Leben auf dem Lande (Dorf oder Weiler), eine gewisse Bindung an die Natur, an das Geschehen im Dorf und in der Pfarrei mit den Vereinen und Verbänden. Eine Verbindung zum Glauben und zur Kirche, zur Nachbarschaftshilfe, zu den ländlichen Bräuchen und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Mitmenschen und der Schöpfung!
Rentner, 73 Jahre alt, r.k., lebt zur Zeit auf einem Weiler

Bäuerlich bedeutet für mich: Bodenständig, Wertschätzung des Besitzes, Zufriedenheit, Bescheidenheit, Modetrends kritisch überdenken und abwägen, ob es zu meinem Lebensstil und Umfeld passt, verantwortungsvoller Umgang mit der Natur. Am guten Alten in Treue halten, am besseren Neuen sich stärken und freuen.
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich: Mein Leben im Angesicht Gottes gestalten und sehen. Die Zeit, die für beten und wetzen (Sense) vertan wird, ist keine vertane Zeit und kommt wieder herein. Leben und leben lassen, d. h. offene Hände für Bedürftige. Darauf vertrauen, dass Gott alles zu unserem Besten lenkt. Statt Hektik Gelassenheit.
weiblich, 75 Jahre alt, r. k.

Bäuerliche Lebens-Kultur-Bausteine
erufung
chtsamkeit
hrfurcht
nternehmerisch
rbe
uhe
ebensnähe
deenreich
hristlich
erzlichkeit
Sepp Rottenaicher

Bäuerlich bedeutet für mich: auf dem Dorf leben, Ackerbau und Viehzucht betreiben, Landschaft und Traditionen pflegen, kirchliche Feste feiern.
Altenpflegerin, 45 Jahre alt, Region Niederbayern

Bäuerlich bedeutet für mich: "Was einst unsere Väter schufen, schirmen wir mit starker Hand"
Grundstückspreise interessieren mich nicht!
Wir verkaufen nichts!
Wir leben auf dem Bauernhof. Hoffentlich können wir auch in Zukunft unsere Einkommen erwirtschaften. Wir wollen Bauern bleiben!
Zu bäuerlicher Lebenskultur gehört für mich: leben auf unserem Fleckchen Erde, arbeiten in der freien Natur und mit Tieren. Gutes Einvernehmen mit den Nachbarn, auch mit der nicht bäuerlichen Bevölkerung. Wir sitzen alle in einem Boot! Bewahren der Tradition und der christlichen Werte! Alles weitergeben an die nächste Generation! Zufriedenheit ist alles!
Bäuerin, 58 Jahre alt, röm. kath., lebt auf dem Dorf

Bäuerliche Lebenskultur hat für mich in erster Linie mit Bodenständigkeit zu tun. Bodenständigkeit ist die große Sehnsucht unserer Zeit. Eine Bodenständigkeit, die sich ihrer Wurzeln sicher ist. Hier kann etwas wachsen und reifen, sowohl auf den Fluren, als auch in der Stube.
Sie nimmt die Natur und den Jahreslauf bewusst wahr. Zur bäuerlichen Lebenskultur gehören die kirchlichen Festtage, die miteinander gefeiert werden, Brauchtum, das gepflegt wird und Familienbanden, die immer wieder neu geknüpft werden.
Die bäuerliche Lebenskultur gibt es überall in den Dörfern und auf dem Land, wo Menschen sich gerne begegnen, wo man mit Lust und Freude sein Leben und seinen Alltag bestreitet.
Thomas Salzl, 39 Jahre, Altendorf, Landkreis Schwandorf, Krankenpfleger


 

 

 

 


 


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