Mit einem kraftvollen und stimmungsvollen Jahresauftakt hat die Landvolkshochschule Niederalteich am 15. Januar 2026 ihr neues Jahresthema „Das Leben feiern“ eröffnet. Der Abend verband politische Wachheit, spirituelle Tiefe und humorvolle Leichtigkeit – und zeigte eindrucksvoll, wie sehr die LVHS ein Kraftort ist, an dem Menschen Orientierung, Gemeinschaft und neue Ideen fürs eigene Leben finden. Ein Auftakt mit Köstlichkeiten aus der „Kreativen Landküche“ durfte dabei natürlich nicht fehlen!
Musikalisch begleitet von „12 Saiten“ und in Anwesenheit zahlreicher Gäste, Kooperationspartner und Förderer – darunter Präsident Werner Eberl von der Führungsakademie des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus – wurde deutlich, wie sehr die LVHS im ländlichen Raum verankert ist und wie wichtig ihre Bildungsarbeit für die Region und die beiden Diözesen Regensburg und Passau bleibt.
In ihrer Willkommensansprache blickte Direktorin Barbara J. Th. Schmidt nicht nur auf 75 Jahre LVHS‑Geschichte zurück, sondern auch nach vorne: „Feste und Feiern würdigen wichtige Übergänge im Leben. Feste und Feiern heben die Lebendigkeit und Würde des Menschen hervor. Zugleich entlastet und verbindet gemeinsames Feiern und gibt neue Kraft. Lebendige Feiern, die alle einschließen braucht deshalb auch unsere gefährdete, immer wieder neu zu bauende Demokratie. Wir müssen unser Leben leben – bunt und lebendig. Wir müssen das Leben feiern – heute, jetzt, hier. Feiern geben dem Leben Sinn.“

Ein Poetry‑Slam‑Impuls von Bildungsreferentin Mirjam Sigl brachte diese Haltung humorvoll auf den Punkt: Das neue Jahr sei wie ein frisches Notizbuch, das darauf warte, mutig beschrieben zu werden mit allen Geschichten, Fragen und Farben, die uns das Leben bringt. Die LVHS sei dafür der passende Ort, wo es immer guten, fairen Kaffee gebe – ein „Herzschlag aus Wänden“, ein „Dach über Fragen“, ein Raum, in dem Ideen Wurzeln schlagen und Menschen Richtung finden.

Bildungsreferentin Stephanie Jäger stellte provokant die Frage, ob die LVHS denn verrückt sei, angesichts der Geschehnisse in der Welt, angesichts von Leid, Missständen und Katastrophen so ein Jahresthema zu wählen. Sollte man nicht besser die „Decke über den Kopf ziehen“? – Nein! Feiern dürfen wir die Geschenke des Lebens. Musikalisch wurde dies verdeutlicht durch das Lied „Gracias a la vida“ – begleitet von einer Bilderpräsentation, die zum Nachdenken, Lachen und Schmunzeln anregte.

Die Landvolkvolkshochschule bietet im neuen Jahr 115 eigene Veranstaltungen an, darunter Bewährtes, Vertrautes und 20 völlig neue Kursangebote – wie z.B. Einführung in die Ahnenforschung, Lachyoga für Fortgeschrittene, neue Kreativangebote wie Urban Sketch oder TaKeTiNa – eine rhythmische Methode, die Meditation und Selbsterfahrung ermöglicht.
Zum Leben und den Lebensfeiern gehört aber auch die Trauer. Die Landvolkshochschule bietet mit ihrem Seminarangebot auch Sternenkind-Eltern, die ein Kind vor, während oder nach der Geburt verloren haben einen Ort zum Austausch und Krafttanken.
Bildungsreferentin Barbara Messerer betonte in ihrem vorgetragenen Text „Das Märchen von der traurigen Traurigkeit“, dass es immer auch GefährtInnen im Leben gibt, die einem Hoffnung schenken und neue Perspektiven öffen.

Das Jahresmotto „Das Leben feiern“ wurde bewusst gewählt – nicht als Leichtsinn, sondern als bewusste Entscheidung gegen Resignation. In einer Welt voller Krisen brauche es Orte, an denen Menschen Kraft schöpfen, sich austauschen, Fragen stellen und gemeinsam Zukunft gestalten. Die LVHS will ein solcher Ort sein.
Mit Blick auf das Jubiläum am 13. September 2026 – 76 Jahre Gründung der LVHS auf der Englburg und 67 Jahre Hausgeschichte in Niederalteich – wurde der Abend zu einem Auftakt voller Dankbarkeit und Aufbruchsstimmung.
Die beiden Gitarristen Heiko Liebmann und Thomas Sigl umrahmten die Veranstaltung stimmungsvoll mit Liedern wie „An am Abend so wia heit“ von Schmidbauer oder „Here comes the sun“ von den Beatles und sorgten damit für einige wippende Füße unter den anwesenden Gästen.

Pilgerwegbegleiterin und Yogalehrerin Renate Veitl-Müller lud die Anwesenden zu zwei schwungvollen Kreistänzen ein. Vertrauen, ein friedvolles Miteinander, Bewegung und Begegnung, das spiegelt die Lebendigkeit und das Miteinander der Hauskultur in Niederalteich wider und wurde von den Teilnehmenden dankbar und wertschätzend angenommen.

Der Jahresauftakt endete mit der Einladung, das Jahr nicht nur zu beginnen, sondern aktiv zu gestalten: mutig, kritisch, herzlich – und immer wieder das Leben feiernd.
Beim abschließenden politischen Nachtgebet in der Kapelle zeigte sich erneut, wie gut das Bildungsteam zusammenarbeitet, denn aus den Bildungsreferentinnen wurde im Zusammenspiel mit Hausseelsorger fr. Symeon-Maria Fiegler OSB kurzerhand eine Gottesdienstband, die die Anwesenden zum kräftigen Mitsingen motivieren konnte.
