Aufruf des Netzwerks „Kirche auf dem Land“ zur Pfarrgemeinderatswahl und zur Kommunalwahl 2026

Gemeinsam demokratisch unterwegs –
Weil völkischer Nationalismus und Christentum unvereinbar sind
Freiheit und Demokratie, Teilhabe und das Recht, selbstbestimmt sein Leben zu gestalten, sind wesentlich dafür, dass wir in Frieden miteinander leben können. Die uneingeschränkte Anerkennung der Menschenwürde und der Menschenrechte für alle ist dafür die gemeinsame Basis.
Jetzt aber wird dieser Konsens massiv in Frage gestellt. Deutschland erlebt seit einigen Jahren den besorgniserregenden Aufstieg rechtsextremer und rechtspopulistischer Bewegungen. Bestimmte Gruppen werden wegen ihrer Andersartigkeit ausgegrenzt, völkische Sprechweise schleicht sich ein, das Recht des Stärkeren wird offenkundig als reguläres Mittel der Politik angesehen. Neben weltweiten Kriegsherden ist Krieg in Europa wieder erschreckend präsent. Diese Entwicklungen erschüttern die Grundfesten der freiheitlichen Demokratie.
Umso wichtiger ist es, sich jetzt aktiv sowohl in den kirchlichen als auch kommunalpolitischen Räten zu engagieren und deren wertvolle Arbeit für das Gemeinwohl zu würdigen. Auch mit einer bewussten Wahlentscheidung unterstützen wir die demokratischen Werte – deshalb:

• Nationalistische und extremistische Parteien und Personen, die demokratisch legitimierte Organe untergraben wollen, sind für uns Christinnen und Christen nicht wählbar.
• Freiheitliche Demokratie, ein funktionierendes Gemeinwesen und eine vielfältige Kirche brauchen unseren Einsatz und unsere Wahlstimme.
• Mit einem aktiven Mitwirken in kirchlichen wie in kommunalpolitischen Räten gestalten wir bewusst das Zusammenleben vor Ort mit und festigen dabei unsere demokratischen Strukturen.

Als katholische Verbände und Vereine lehnen wir im Einklang mit der Erklärung der Deutschen Bischöfe „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ vom 22. Februar 2024 und in Übereinstimmung mit den Satzungen der kirchlichen Räte entschieden jegliche Form von Extremismus ab, insbesondere den gegenwärtig besonders aggressiven Rechtsextremismus.

Mitglieder des Netzwerks, die den Aufruf gemeinsam formuliert haben, sind:
Bildungshaus Landvolkshochschule Niederalteich
Caritasverband für die Diözese Passau
Fachstelle Umwelt & ökosoziale Gerechtigkeit des Bistums Regensburg
Katholische Landjugendbewegung Diözese Passau
Katholische Landjugendbewegung Diözese Regensburg
Katholische Landvolkbewegung Diözese Passau
Katholische Landvolkbewegung Diözese Regensburg
Landfrauenvereinigung des KDFB Diözese Passau
Ländliche Familienberatung im Bistum Passau
Niederalteicher Kreis
Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung des Bistums Passau

11.02.2026